Donnerstag, 17. Juni 2010

Forever your eyes...

Es hat fast 3 Jahre gedauert bis ich As I Lay Dying endlich wieder live sehen konnte. Nach dem durchaus starken Auftritt am Ring ein paar Tage zuvor (Bericht folgt!) gastierte der Fünfer aus San Diego in der Frankfurter Batschkapp. Da war die Entscheidung schnell gemacht, bei einem Preis von nicht ganz 20€ für’s Ticket sowieso. Und die Batschkapp ist ja auch nicht der größte Laden, es sprach also einiges für ein klasse Konzert.
In der Batschkapp angekommen, wurde sofort eines klar: es wird verdammt heiß werden! Das Konzert hatte noch nicht mal angefangen und die Temperatur im Club befand sich zu dem Zeitpunkt mit Sicherheit schon jenseits der 30°.
Als Support fungierten an diesem Tage die Deathcore‘ler von Whitechapel, Vertreter einer Musikrichtung mit der ich bis heute einfach nicht warm werde. Zu aufgesetzt die Brutalität, häufig viel zu monotones Songwriting (Up tempo, Blastbeat, Breakdown und von vorne) und für meinen Geschmack wenig bis kaum Gefühl in den Songs.
Auch Whitechapel konnten nicht viel an meiner Meinung ändern, auch wenn deren Auftritt ziemlich energiegeladen daher kam und sehr ordentliche Reaktionen einfuhr, im Pit war bereits einiges los. Trotzdem wollten mich die über und über mit Breakdowns gespickten Songs nicht packen und warum die Band 3 (!) Gitarristen braucht, erschloss sich mir nicht. Zweistimmige Soli o.ä. bekam man nicht zu hören, warum man also in dieser Konstellation auf der Bühne steht, wird nur die Band wissen.
Nach ca. 35-40min war bereits wieder Schluss, die Band bedankte sich artig und fuhr mehr als Anstandsapplaus ein.
Die Umbaupause nahm dann eine knappe halbe Stunde in Anspruch, also flugs frische Luft schnappen und die im Stehen (!) verschwitzte Flüssigkeit wieder nachfüllen. Ein kurzer Blick auf den Merchstand und siehe da, trotz gestiegener Popularität verkaufen AILD noch immer ihre Shirts für faire 15€. So lob ich mir das, gerade weil ähnlich erfolgreiche Kollegen wie Lamb Of God hierzulande gerne auch mal 10€ mehr nehmen.
As I Lay Dying begannen ihr Set mit „94 hours“, was für ein Auftakt! Man muss schon eine Menge an Hits im Repertoire haben, wenn man einen solchen Song gleich am Anfang zündet. Und sofort war der Pit auf Höchst-Temperatur. So gerne ich auch über rücksichtslose und unkontrollierte Pits (wie z.B. am Ring) meckere: an diesem Abend ging es äußerst fair zur Sache, trotz aller Härte. Daumen hoch dafür, so macht das Spaß! Es gab so gut wie keine Einzelkämpfer, die den Pit zu ihrer Karate-Vorführbühne machten, sondern alle feierten gemeinsam eine der besten modernen Metal-Bands dieser Zeit.

Die Band zeigte sich äußerst spielfreudig und legte mit „An ocean between us“ direkt nach, meiner Meinung nach einer der besten Songs, die sie je geschrieben haben. Nach „Through Struggle“ folgte mit „Beyound our suffering“ erstmals ein neuer Song, der vertrackteste des neuen Albums. Auf die Frage von Sänger Tim Lambesis, wer denn schon das neue Album gekauft hätte, gingen bei weitem nicht alle Hände nach oben. Da gibt’s also noch einiges nachzuholen! ;-)
Mit „Vacancy“ und „Condemned“ gab es noch zwei weitere neue Songs, interessanterweise aber nicht „Parallels“, zu welchem man ja ein Video gedreht hat.

Tim bedankte sich mehrfach für die Unterstützung, welche die Band seit Jahren aus Deutschland erhält und dafür dass an diesem Tag so viele zum Konzert gekommen sind. Die 5 wirkten generell sehr sympathisch und ehrlich erfreut über die Reaktionen aus dem Publikum und so feuerte man sich immer wieder gegenseitig an. Gerade Nick Hipa hatte den ganzen Gig ein Grinsen im Gesicht, aber er ist ja generell für seine dauerhafte gute Laune bekannt.

Zwischendrin durfte Drummer Jordan Mancino ein kurzes Solo spielen und sich seinen verdienten Extra-Applaus abholen. Mit „I never wanted“ hatte man auch eine vergleichsweise ruhige Nummer im Gepäck und zu meinem Erstaunen funktionierte diese auch live sehr gut. Das mächtige „Confined“ beendete den regulären Teil des Sets, mit „Nothing Left“ und „Forever“ gab es noch 2 Zugaben und dann war endgültig Feierabend.
Leider dauerte das Konzert gerade mal 60min, was bei der Menge an Material (mittlerweile 5 Alben) doch sehr dürftig ist. Auch wenn man vergleichsweise wenig Eintritt bezahlt hat, 75min sollten es schon mindestens sein.
Insgesamt war es ein toller Konzertabend und für eine Abkühlung nach dem Konzert war auch gesorgt, denn draußen wütete ein kräftiges Gewitter sodass man bereits nach nicht mal einer Minute klatschnass war.
Der Club war mehr als gut gefüllt, schätzungsweise waren 400 Besucher anwesend, mehr werden wohl auch kaum reingepasst haben. Es ist durchaus fraglich ob man As I Lay Dying nochmal in solch einem kleinen Club zu sehen bekommen wird, die angekündigte Tour im Herbst wird wahrscheinlich in größeren Hallen stattfinden.

Setlist

94 Hours
An Ocean Between Us
Through Struggle
Beyond Our Suffering
The Sound Of Truth
Within Destruction
Vacancy
Condemned
Meaning In Tragedy
I Never Wanted
Confined

Nothing Left
Forever

Donnerstag, 27. Mai 2010

Secret And Whisper

Neben all dem Geknüppel und Gebolze, dem ich mich Tag für Tag aussetze braucht es manchmal auch ruhigere Töne. Manchmal wird es akustisch und Jack Johnson darf mir mit seinem fantastischen „In between dreams“ den Tag versüßen, manchmal wird es poppig und Bands wie Metric oder die neuen Lostprophets dürfen in den CD-Player, manchmal melancholisch und Sven Regener darf mit seinen Mannen von Element of crime regnerische Tage erträglich machen und manchmal dürfen auch Männer mit verdammt hohen Stimmen ran. Die Rede ist hier noch von Iron Maiden oder sonstigem Heavy Metal sondern von Musik, die man am ehesten im Bereich vom sog. Emo einordnen würde.
Ein Beispiel dafür sind zum Beispiel Underoath, die über mehrere Alben auch hohen Gesang von Drummer Aaron Gillespie enthielten, welcher ein absolutes Wiedererkennungsmerkmal der Band war.
Nach der letzten Europa-Tour ist der Gute allerdings aus der Band ausgestiegen, den Platz hinter der Schießbude nahm der ehemalige Norma Jean-Drummer […] ein. Find ich durchaus schade da ich den Gesang von Aaron sehr gerne mochte. Umso erfreuter war ich als ich von seinem Neben- bzw. jetzigem Hauptprojekt The Almost hörte. Also flugs reingehört und bitterböse enttäuscht worden. Zigmal gehörter Pop-Rock der übleren Sorte, ein Gillespie der gesangsmäßig wesentlich bessere Zeiten hatte und Songs, die mich wirklich hart langweilten. Schade drum, schließlich hatte ich durchaus einige Erwartungen an das Projekt.
Allerdings bin ich kürzlich auf eine Band gestoßen, die teilweise in die gleiche Kerbe schlägt wie Underoath, nur mit der Einschränkung dass hier nun ausschließlich klarer Gesang eingesetzt wird. Secrets and Whisper aus den USA sind sehr wahrscheinlich der Traum eines jeden hip gestylten Kiddie-Mädels mit Karoschuhe, Nietengürteln und der obligatorischen „Der Scheitel muss mir so ins Gesicht fallen“-Frisur, kurzum: Musik für Mode-Emos.
Macht’s das von vornherein schlecht? Mitnichten, also flugs ein Ohr riskiert und suprise, suprise: Das macht ja sogar Spaß! Durchweg melancholische Songs im Midtempo-Bereich mit glasklarem, glockenhellem Gesang in Ton-Gefilden, die sich vielleicht noch Axl Rose zutraut.
Auf Album-Länge taugt das meiner Meinung nach nicht so ganz, aber für eine knappe halbe Stunde fesselt der an und für sich alles andere als innovative Sound allemal.
Wer seine musikalischen Scheuklappen also gerne mal abnimmt, sich nicht scheut möchtegern-harte Musik für pubertierende Mädchen zu hören, könnte eventuell positiv überrascht werden.
Anspieltips: Warrior, XOXOXO, Famous for a century
Hörproben: www.purevolume.com/secretandwhisper

As I Lay Dying - The Powerless Rise


Wenn man als Metalband der härteren Gangart über eine Million Alben verkauft, mehrere ausverkaufte Headliner-Touren sowohl in USA als auch in Europa spielt und everybodies darling in der Presse ist, dann ist es wahrscheinlich sehr verlockend auf Nummer sicher zu gehen und ein Erfolgsalbum wie „An Oean Between Us“ noch einmal aufzunehmen und ordentlich abzukassieren. Stolze 39500 Einheiten verkaufte sich das letzten Album´von San Diegos finest in der ersten Woche in den USA und schoss damit auf einen sensationellen #8 der amerikanischen Billboard Charts. Für eine Metalband nicht unbedingt alltäglich, für deren Label Metal Blade ein großer kommerzieller Erfolg und dem Konto der 5 Herren sicherlich sehr förderlich. Da der ein oder andere Frau (und Kind) hat wäre es in gewisser Weise nachvollziehbar wenn man das Erfolgsrezept einfach wiederholt.
Jedoch wird Weiterentwicklung seit jeher bei As I Lay Dying großgeschrieben, mit jedem Album wurde das Spektrum erweitert und der Sound verfeinert. Das erste Album „Beneath The Enchasing Of Ashes“ kann man getrost als Zao-Coveralbum bezeichnen, die Band tut dies ja auch. Gerade einmal 3 Monate nach Bandgründung wurde das Album innerhalb von 5 Tagen aufgenommen, gemixt und gemastert, dementsprechend rau klingt sie auch.
Das nächste Album (die Split-EP mit American Tragedy mal ausgeklammert) klang schon wesentlich eigenständiger auch wenn die Mixtur aus Death Metal, Hardcore, Breakdowns und Blastbeats ziemlich angesagt war zu dieser Zeit. „Frail Word Collapse“ schlug ein wie eine Bombe in die noch relativ junge Szene und hat heute Klassikerstatus. Das Album an sich war allerdings nicht gerade aus einem Guss, man sprang dann doch ziemlich hörbar zwischen den einzelnen Stilen hin und her. Man kann es als „nicht ausgereift“ bezeichnen, jedoch erzeugt gerade diese stilistische Unentschlossenheit (und der sehr ungewöhnliche Sound) diesen Charme, welcher diese Platte ziemlich einzigartig im sog. Metalcore macht.
Der Nachfolger „Shadows Are Security“ wirkte da schon wesentlich homogener, straighter aber leider auf Album-Distanz manchmal etwas eindimensional. Der ziemlich dicke, aber nicht glattpolierte Sound tat sein Übriges und somit bekommt man eine knappe Dreiviertelstunde die volle Breitseite ab.
Das „An Ocean between Us“ wesentlich variableres Songwriting vorweist liegt mit Sicherheit daran, dass das Besetzungskarussell innerhalb der Band langsam zu Stillstand kam. Mit Nick Hipa und Phil Sgrosso hatte man nun seit 2 Alben junge und talentierte Gitarristen, die sich hörbar weiter entwickelten und die recht simplen, drückenden Riffs der Vorgänger durch komplexere Songstrukturen ersetzten. Die Songs des Albums sind durchaus verschieden, wirken in ihrer Gesamtheit aber nie lieblos zusammengewürfelt.
Und nun konnte Sänger Tim Lambesis zum ersten Mal bei einem neuen Album auf die komplette Stammbesetzung des Vorgängers zurückgreifen. Neben den beiden Gitarristen sind dies Gründungsmitglied Jordan Mancino am Schlagzeug sowie Bassist Josh Gilbert. Und zum ersten Mal hat man bei Hören nicht den Eindruck dass die Band den Sound des Vorgängers völlig über Bord geworfen hat. Es sind nun kleinere Veränderungen welche die Band souverän an der Klippe namens Stagnation vorbeisegeln lassen, die vielen Bands aus dem Bereich zum Verhängnis wird.
Beim ersten Hören des Albums bleibt man aber erstmal relativ ratlos, zu ähnlich scheinen auf den ersten Blick die neuen Songs. Doch nach ein paar Durchläufen erschließen sich einem die neuen Songstrukturen und Feinheiten, und ab da wird das Album zu einem Genuss.
Die Platte startet mit dem brachialen „Beyond Our Suffering“, welches ohne Klargesang und mit vertrackten Riffs daherkommt und gleich einmal klarmacht, in welche Richtung es mit diesem Album geht: schneller Thrash mit Death-Einschlägen, Blastbeats und sparsam eingesetzten, intelligent in die Songs integrierten Breakdowns. Lambesis‘ Shouts sind brutal wie nie, im Vergleich zum Vorgänger hat er stimmlich noch mal eine Schippe draufgelegt. Früher war monotones Shouten an der Tagesordnung, heute sind diese variabel wie nie, ungewöhnlich hohes Keifen als auch tiefe Growls kommen hier zum Einsatz.
Der folgende Song „Anodyne Sea“ kommt ein Stück weit melodischer daher, zum ersten Mal kommt der Gesang von Bassist Josh zum Einsatz, weniger hart erscheint einem dieser Song jedoch nicht denn es geht auch hier z.T. rasend schnell zu. Der Mittelteil nimmt dann etwas das Tempo raus und hier dürfen sich Nick und Phil mit ihren Soli austoben, die teilweise dann doch etwas hart an der Grenze zum Kitsch wildern. Macht aber nix, technisch sind die beiden nämlich über jeden Zweifel erhaben, das spiegelt sich in sämtlichen Soli des Albums wieder.
„Without Conclusion“ macht von Anfang an keine Gefangenen und rauscht mit schnellen Soli, Blastbeats und anständig drückenden Thrash-Riffs am Hörer vorbei. Gerade der Anfang gibt Einblick in den Musikgeschmack der Jungs, kredenzt man hier nämlich ein lupenreines Gojira-Gedächtnis-Riff. Sehr löblich.
Mit dem folgenden „Parallels“ folgt einer der melodischsten Songs des Albums, nicht umsonst wurde für diesen Song ein Video gedreht. Nach einem temporeichen Start geht die Band diesen vergleichsweise gemäßigten Song relativ ruhig an, der mit einem tollen Refrain aufwartet und Josh dementsprechend viel Raum bekommt.
Damit man aber erst gar nicht den Eindruck bekommt dass AILD hier einen auf Weichspüler machen, ballern sie einem direkt „The Plague“ vor den Latz. Da klingt nicht nur der Titel fies, Tim begrüßt einen mit einem abgrundtiefen Growl und los geht’s. Was nun folgt sollte jeder Anfänger-Band als Lektion für intelligentes Songwriting dienen, die Nummer wandelt nämlich jenseits des 0815-Songwritings ala Strophe-Refrain-Bridge. Wer nach dem Beginn dachte dass hier über 3:00 die wilde Sau durchs Dorf brettert, ist auf dem Holzweg. Ganz großes Song-Kino, eines der Highlights der Platte mit Tempo-Wechseln, tolle Soli und sehr viel Atmosphäre.
Mit „Anger and Apathy“ behält man den „Ein Song ohne Klargesang, einer mit“-Rhythmus bei. Wieder gibt es arg pathetische Lead-Gitarren zum Einstand, wiederum eine gute Gesangsleistung von Josh und die Handbremse wird auch hier etwas angezogen. Allerdings hat man einen solchen Song von AILD auch noch nicht gehört, zu untypisch das Songwriting. Zum ersten Mal seit „Behind me lies another fallen soldier“ gibt es hier sogar unverzerrte Gitarren.
„Condemned“ beginnt bedrohlich, mündet dann in eine astreine Thrash-Nummer, die im Refrain mit flirrenden, dissonanten Gitarren doch ganz schön Eindruck macht. Tolle Nummer, die auch live sicherlich einiges kann.
Mit „Upside Down Kingdom“ folgt wieder ein relativ untypischer Song für AILD. Von der Stimmung her der wohl beklemmendste Song des Album, der die Albumnamen-gebende Textzeile enthält. Gerade dieser Song zeigt wie stark sich das Songwriting doch verbessert hat, von stumpfen palm mute-Schrammelriffs keine Spur und wiederum ein guter gesungener Refrain.
„Vacancy“ drückt wieder ein bisschen mehr aufs Gaspedal, hat wieder tolle (und zum Ende auch ungewohnte) Leads am Start und wird hoffentlich auch live auf den kommenden Gigs in Europa zu hören sein. Auch hier darf Josh wieder den Refrain singen, hier frag ich mich aber zum ersten Mal ob das wirklich sein musste. Der Refrain ist auf keinen Fall schlecht nur klingt er ziemlich gewöhnlich.
Mit „The only constant is change“ folgt der in meinen Augen schwächste Song des Album, irgendwie will wegen der vielen Breaks kein richtiger Fluss in die Nummer kommen und der 3/4-Takt im Refrain nimmt der Nummer auch ein gewisses Maß an Power.
Der letzte Song des Album „The blinding of false light“ kommt zwar ähnlich schleppend daher, wirkt aber schlüssiger und kommt mit melancholischen Gesang-Parts daher, die ich eher bei den Deftones vermuten würde als bei AILD. Macht aber nix, passt nämlich hervorragend. Eine starke, ungewohnte Nummer zum Schluss lässt das Album würdig ausklingen.
Was gesondert erwähnt werden muss, sind die Texte. Jeder, der sich mit der Band etwas genauer beschäftigt hat wird wissen dass alle Bandmitglieder bekennende Christen sind. Trotzdem kann man die meisten Texte vielseitig deuten, auch wenn einem der Bezug immer wieder deutlich wird. Gerade „Upside Down Kingdom“ und „The blinding of false light“ sind etwas deutlicher, sodass man sehr schnell erkennt worum es hier geht. Mich persönlich stört das überhaupt nicht, im Gegenteil, diese Band ist u.a. wegen den Texten meine Lieblingsband. Besonders „Anodyne Sea“, „Parallels“ und „The Plague“ haben es mir angetan.
Auch dieser Fakt ist dafür verantwortlich dass AILD zu jeder Zeit 2,3 Klassen besser sind als der Rest der Bands aus dem sog. Metalcore und den Beweis antreten dass man nach guten erfolgreichen Alben nicht stagnieren und sich auf den erarbeiteten Lorbeeren ausruhen muss. Davon darf sich Produzent Adam Dutkewicz gerne eine Scheibe abschneiden, schließlich stagniert seine Band Killswitch Engage seit ein paar Alben, auch wenn diese ebenfalls noch besser sind als viele Alben anderer Bands.
Sollte diese positive Entwicklung, die sicherlich einige nicht so gerne sehen, anhalten, steht AILD der Aufstieg in Größenregionen der Marke Lamb of God und evtl. sogar Slipknot bevor, verdient hätten sie es sich allemal.
Nach anfänglicher Skepsis bin ich also sehr zufrieden (lediglich der arg glatt polierte Sound schmälert den Hörgenuss ein kleines bisschen) und freue mich diebisch auf die anstehenden Konzerte.

Mittwoch, 19. Mai 2010

...weil wir Schwäne war'n

Turbostaat sind ein Phänomen. Die 5 Herren aus dem hohen Norden spielen Punk mit starkem Indie-Einschlag und vertrackten deutschen Texten. Was ist denn bitte ein „Fünfwürstchengriff“ oder was soll man sich unter Songtiteln wie „Charles Robotnik seine Frau“ vorstellen?
Die Texte strotzen nur so vor lauter interessanten sprachlichen Bildern und jeden Versuch, diese zu interpretieren, sollte man gleich sein lassen. Das macht nur die Musik kaputt und raubt den Songs das fesselnde. Wirklich greifbares würde man da eh nicht herausfiltern können.
Also geht man lieber auf ein Konzert, vergisst mal alles andere und lässt sich mitreißen. Und singt Zeilen wie „Wenn der Sommer kommt, erwürg mich im Maisfeld mit“, die für sich gesehen durchaus etwas seltsam anmuten aber im Ganzen, mit der Musik schlicht und ergreifend … wunderschön sind.
Am 8.5. gastierten Turbostaat in Gießen, für schmale 12€ durfte man an dem Spaß teilnehmen. Die Band legt ja bekannter weise viel Wert drauf, dass sie „bezahlbar“ ist. U.a. konnte man im Voraus das neue Album „Das Island Manøver“ (als CD oder LP) zusammen mit einem Ticket für 23€ bestellen, auf den Konzerten kosteten die Alben 10€ (auch beide Formate) und Textilien kosteten auch nicht viel. Daumen hoch dafür, macht die Jungs noch sympathischer als sie eh schon erscheinen.

Im Muk in Gießen musste man aber erstmal Frau Potz aus Kiel über sich ergehen lassen, wobei so schlimm waren sie dann doch nicht. Aber auch nichts besonderes, Punk mit recht platten deutschen Texten und latentem Indie-Einschlag. Klingt ja erst mal nicht viel anders als Turbostaat, nur der Unterschied ist: Turbostaat sind nicht peinlich.
Knappe 30min durften die Kieler spielen, erspielten sich ordentlichen Anstandsapplaus und verschwanden nach dem Gig sofort hinter dem Merchtisch um ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen

Die Umbaupause zu Turbostaat zog sich dann doch recht lange hin, obwohl eigentlich schon alles an Equipment auf der Bühne stand.
Los ging’s dann letztendlich mit „Drei Ecken – ein Elvers“ vom Debüt „Flamingo“. Das gut gefüllte MuK war sofort äußerst tanz- und singwillig, das steigerte sich dann aber noch mit dem folgenden „Bei Fugbaums“. Aus hunderten Kehlen tönte „Und der Nachttisch voller Bilder, viel zu blau, viel zu grün, viel zu grell und viel zu hell“, die Stimmung war prächtig und die Band kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Insbesondere Ober-Sympath Jan schien ehrlich begeistert zu sein, machte die ein oder andere authentisch wirkende Ansage, wie sehr sich die Band doch freue dass alle mitsingen, die Alben kaufen und es der Band ermögliche Musik zu machen. Sowas feuert eine feiernde Menge natürlich an, dementsprechend ging es während dem gesamten Konzert hoch her. Ich hab selten ein Konzert erlebt, dass keinen einzigen Stimmungshänger hat, wie es hier der Fall war. Das neue fantastische Album „Das Island Manøver“ wurde fast komplett gespielt, sogar der genannte „Fünfwürstchengriff“ inklusive Drumcomputer wurde als letzte Zugabe gespielt. Verdient hat es das Album auf jeden Fall, da es eigentlich keinen schlechten Song enthält und reihenweise Ohrwürmer parat hat. Dazu kamen viele Lieder des Vorgängers „Vormann Leiss“, ein Album dass meiner Meinung nach zu den besten deutschsprachigen Alben aller Zeiten gehört. Dadurch fielen natürlich einige ältere Songs raus, was mich allerdings nicht störte da die letzten beiden Alben mich einfach mehr fesseln. U.a. wurden „Monstermutter“, der o.g. Opener und als vorletzten Song das fantastische „Schwan“ gespielt.

Nach ungefähr 80min (inklusive 5-6 Songs als Zugabe) war dann Schluss, die Band wurde anständig gefeiert und verschwand dann von der Bühne. Übrig blieben viele glückliche Gesichter, das hippe Indie-Mädel grinste genauso wie der langhaarige Metalhead, an dem Abend waren nämlich sämtliche Subkulturen vertreten, die eine mehr und die eine weniger peinlich. Und genau das ist das erwähnte Phänomen, so verschieden die einzelnen Szenen auch sind, es scheint einen gemeinsamen Nenner zu geben: Turbostaat.

Montag, 26. April 2010

Cypress Hill - Rise up

Eins mal kurz vorweg: Die Idee zu dem Blog kam, wie schon erwähnt dadurch, dass ich mit einem gewissen E.W. ewig viel über Musik geschrieben habe. Damals schon haben wir daran gedacht, zu zweit einen solchen Blog zu machen. Technisch bedingt gibt es derzeit aber nur mich als Autor, das wird sich aber bald ändern.
Das folgenden Review stammt also nicht aus meiner Feder, sondern aus der eines bekennenden Cypress Hill-Fans und -kenner.


First they ditched the funk, then they ditched the Boom-Bap - and now this?!
So lautet eines von vielen Zitaten zu den Höreindrücken des neuen Albums von Cypress Hill "Rise Up". Nach 6 Jahren meldet sich die Gruppe wieder zurück an der Oberfläche. Wer genau hinschaut, erkennt auf etwaigen Fotos im voraus entweder nur drei Gruppenmitglieder oder einen Typen hinter dem Mischpult, der jetzt der Tourersatz (Julio G vom Westcoast Radio) für die wichtige, zentrale und nun vor allem fehlende Figur ist: DJ Muggs.
Niemand hat der Band je den Vorwurf gemacht etwas neues auszuprobieren. Wenn aber der Mann fehlt, der mit seinen Produktionen und Weisungen seiner Rapper der Band den Kultstatus mit ihrer "bicoastal production" den Weg gewiesen hat, ist die Sorge berechtigt, ganz besonders wenn statt seiner der berühmte Frontmann mit der nasalen Stimme, B-Real, das Ruder übernommen hat. Der hatte mit seinem Soloalbum Smoke'n'Mirrors nämlich auch keinen Glücksgriff gelandet.

Erstmal kann jedoch gleich in zweierlei Hinsicht Entwarnung gegeben werden. Einerseits, weil selbst die beiden Tracks von Muggs auch nur von ihm co-produziert sind und nur einer wirklich gut ist. Zweitens, weil B-Reals Produktionen durchschnittlich, aber kein kompletter Reinfall sind.
Darüber hinaus besitzt das Album durchaus einige Lichtblicke, die aber rar gesäht sind. "Light It Up" z.B. zeigt auch mal wieder den guten, alten Pete Rock in Höchstform. Tom Morello lässt Cypress verdammt nach Rage Against The Machine klingen, was aber in diesem Fall nur positiv zu sehen ist, wenn man bedenkt wie verzahnt die Aufstiegsgeschichte der beiden Bands ist. Ansonsten geben sich besonders in der Produktion weitere Gäste die Klinke in die Hand. Erwähnenswert ist hier Jim Jonsin, der mit seinen zwei Beiträgen wirklich etwas sehr gutes liefert, im Gegensatz zu dem Unsinn den er normalerweise mit Lil Wayne verzapft. Unverständlich ist aber, warum B-Real bei der Trackauswahl das schon ewig bekannte und ursprünglich gar nicht für das Album geplante "Get Em Up" auf das Album gepackt hat und stattdessen eine Produktion mit DJ Premier (!) oder eben die Tracks mit Ill Bill, Apathy oder Slash verworfen hat. Gerade ersteres ist zumindest für mich ein feuchter Traum.
Trotz allem hätte ich mir aber lieber einen weniger feature-lastigen LP gewünscht, besonders nachdem das seinerzeit auch mal von Sen Dog angekündigt wurde.

Insgesamt sind gerade die Produktionen das Problem des neuen Cypress-Hill-Albums. Von einem Ausflug in andere Gefilde kann man zwar schon sprechen, aber er verläuft leider nicht immer glücklich. Man merkt zwar, dass besonders ein schnelleres Tempo neuen Wind bringen sollte, jedoch klingt einfach zuviel zu beliebig. Und ob es nicht mehr nach Cypress klingt? Darüber will ich mich eigentlich gar nicht echauffieren. Gegen neue Wege habe ich nichts, aber bitte nicht so!
Was wiederum zumindest für mich kein Grund zum meckern ist, sind die Auftritte von B-Real und Sen Dog als Rapper. Letzterer hat mit seinem Soloalbum gezeigt, dass er völlig zu Unrecht über die Jahre hinweg bei Cypress nur die zweite Geige gespielt hat und nicht mal öfter am Start war. Einzig "Armada Latina" macht Sen Dog nicht so gut. Davon mal abgesehen, sind seine Auftritte jedoch klasse und er ist darüber hinaus fast auf jedem Track zu hören, was bei früheren Alben durchaus bemängelt werden durfte. B-Real wiederum ist einfach einer der besten MCs. Er klingt vielleicht nicht mehr ganz so quietschig und weed-verrückt wie früher, aber rappen kann er noch immer - wenn schon nicht gut produzieren, dann wenigstens das. Ebenfalls erwähnenswert ist die Verstärkung des "back and forth"-Aufbaus der Reimerei. Sehr gut!

Bevor es nun abschließend zu einem Urteil kommt, präsentiere ich hier die Tracklist und meine hochgestochenen Kommentare zu jedem einzelnen Titel:

1. It Ain't Nothin (Gast: Young De, Produktion: B-Real)
Nach einem Skit kommt der wohl schlechteste Einstieg den es je auf einem Cypress-Album gab. Besonders die Drum-loops klingen irgendwie nach einem viel zu clubähnlichen Sound, den B schon auf Smoke'n'Mirrors hatte. Young De, B-Reals Protege dieser Tage, ist nur auf der Hook vertreten, was zahlreiche Fans gefreut hat. Ich finde seine zwei Zeilen hier ganz okay. Insgesamt geht mir der Track nach mehrmaligem Hören schon etwas besser ab, jedoch würde ich nur noch 5.5/10 vergeben.

2. Light It Up (Produktion: Pete Rock)
Dieser von Pete Rock produzierte Track ist mein Favorit auf dem Album. Die beiden Rapper klingen wie in früheren Tagen. Und wenn Sen Dog sagt Pete Rock und der Hill seien eine gute Combo, dann stimmt das voll und ganz. Eine kleine Ironie am Rande: Während Pete Rocks letztes Album besonders wegen dessen fast schon kinderhaften Reimen verschmäht wurde, sind es bei B-Real die Produktionen. Der Track ist jedenfalls fein. Eine Höchstwertung vergebe ich aber nicht, da durch das schon auf dem verstreckten Roots Track vom Album "The Tipping Point" (2004) eingesetzte Sample von Barry White dem anderen Track einfach zu ähnlich klingt. Daher 9/10.

3. Rise Up (Gast: Tom Morello, Produktion: Tom Morello & B-Real)
Der Titeltrack gehört zu den weiteren Perlen des Albums. Auch hier ist es wieder Sen Dog, der besonders positiv mit seiner zweiten Strophe und dem Michael-Myers-Vergleich auffällt. Bemängeln könnte man jetzt höchstens die letzte lahme Hook sowie das für Morello-Verhältnisse eher standardmäßige Solo. 9/10.

4. Get It Anyway (Produktion: Jim Jonsin)
Der erste Jonsin-Track gefällt mir erstaunlich gut. Ein melodisches Ding, dass an Tracks vom Vorgängeralbum "Till death do us part" erinnert. Ebenfalls einer der besseren Stücke des Albums. 8/10.

5. Pass The Dutch (Gäste: Evidence & Alchemist, Produktion: DJ Khalil & DJ Muggs)
Ev & Alc gehören schon lange zur Familie der Soul Assassins und sind vernünftige Gäste für diese typische Marihuanahuldigung. Doch der Alchemist kann raptechnisch mit B-Real und Evidence nicht mithalten, wie man leider schon auf anderen Stücken von ihm erkennen musste. Schuster, bleib bei deinen Leisten! Alchemist ist ein würdiger Muggs-Nachfolger was die Produktion angeht, jedoch auch nur ein durchschnittlicher Rapper. Ach ja, und wenn wir von der Produktion sprechen: Ich habe bewusst zuerst Khalil genannt. Der erprobte Hörer wird nämlich sofort diesen als treibende Kraft des Tracks identifizieren können. Von DJ Muggs ist hier wenig zu hören. Trotzdem sehr gut: 9/10

6. Bang Bang (Produktion: B-Real)
Wie viele Songs mit diesem Titel gibt es eigentlich? Nun ja, auch dieser hier wird sich nicht in der Riege der Banger erheben. Der Beat ist langweilig und eintönig, das hochgepitchte Sample braucht es einfach nicht. Ein Teil der Flop 3, wenn man so will, vielleicht sogar der mieseste auf dem ganzen Album. 3/10

7. K.U.S.H. (Produktion: Sick Jacken & B-Real)
Leider eine weitere kleine Enttäuschung. Sick Jacken, der mit seinem Bruder Big Duke und B-Real das legendäre erste Psycho-Realm-Album auf die Beine gestemmt hat, leistet hier mit dem Beat zwar solide Arbeit, aber überragend ist der Track leider nicht, besonders in der Hook und der schnöden Aufzählerung wer jetzt alles down mit dem Hill ist. Zugute halten könnte man, dass hier ein etwas flinkeres Weed-Anthem ausprobiert wird. 7/10.

8. Get 'Em Up (Produktion: B-Real)
Dieses Stück war der erste vollständig releaste Track (u.a. auf dem OST des Spiels Madden 2010 zu finden). Ein böses Omen dazu: Eine Produktion von B-Real, die wie alle anderen nicht grottenschlecht, aber auch nur durchschnittlich ist. Pluspunkt ist hier wieder Sen Dog, auch wenn sein Intro schon etwas bescheuert anmutet. 6/10

9. Carry Me Away (Gast & Produktion: Mike Shinoda)
Von allen Gästen dürfte dieser Name in der Liste besonders in Auge fallen und bei den ganz harten Hardcore-Leuten zu einem Herzinfarkt führen. Doch eine kurze Story vorneweg: Shinoda hat für den Rapper Apathy auf dessem neuen Album einen Track namens "Shoot First" produziert, auf dem auch B-Real vertreten ist. Und zu Überraschung aller klang dieses Stück verdammt nach 1993. Auch B-Real ist einfach grandios auf diesem Track. Also hat der Optimist ein ähnliches Stück erwartet.
Leider ist "Carry Me Away" kein zweites "Shoot First" und ziemlich gewöhnungsbedürftig. Mit einem schmachtenden Shinoda an der Hook werde ich wohl nie warm, dafür ist die erzählte Story gut und auch die Produktion in Ordnung, wenngleich sie in gewisser Weise schon typisch Linkin Park zugeordnet werden kann. Na ja. Im Moment: 6/10, vielleicht wirds aber noch besser.

10. Trouble Seeker (Produktion: Daron Malakin)
Obwohl ich den Gitarristen von System of a down nicht mag, liefert er hier doch einen echt geilen Song ab. Der Track klingt wie zu besten Skull & Bones-Zeiten und ist, für Cypress-Verhältnisse in ihrer Rocksparte, sehr klassisch geraten. Mehr muss man auch nicht sagen. Wer die Bones-Seite mochte, wird den Track lieben. 9/10

11. Take My Pain Away (Gast: Everlast, Produktion: DJ Khalil & DJ Muggs)
Der zweite Khalil/Muggs-Track ist ebenfalls eher schlecht. Sen Dog ist nicht vertreten und so muss B-Real alleine ran, während Everlast, ebenfalls langjähriger Kollege, ihn auf der Hook unterstützt. Nun gut, unterstützt ist das falsche Wort, denn was hier als Hommage an die Doors gesungen werden sollte, klingt einfach grässlich. Und auch beatmäßig hat Khalil schon besseres verzapft. Nach dem ersten Hören war ich eher schockiert, mittlerweile geht es. Aber nur etwas. 4.5/10

12. I Unlimited (Produktion: B-Real)
Man kann sich schon denken, was jetzt kommt: Durchschnittliche, ewig im loop hängende B-Real-Produktion. Dafür wird ein wenig rumgescratcht, was zumindest dahingehend Abwechslung verspricht. Weiterhin ist die Hook, wie auf einigen anderen Tracks auch, eher lahm. Dafür aber entschädigt der Track, wenigstens meiner Meinung nach, vieles durch das erwähnte abwechselnde Auftreten der beiden Rapper. Daher gibts 7/10 für das Ding, das trotz der negativen Aspekte irgendwie Gefallen bei mir findet.

13. Armed & Dangerous (Produktion: Jake One & B-Real)
Inhaltlich ist der Track mit dem Hinweis auf eine üppige Bewaffnung eher belanglos. Aber schlecht eigentlich nicht. Jake One, der u.a. mit Slug von Atmosphere gearbeitet hat, ist außerdem ein vielversprechender Produzent und lässt den Song glücklicherweise mehr nach sich als nach B-Real klingen. Ein Teil fürs Auto. 7/10

14. Shut 'Em Down (Gast: Tom Morello, Produktion: Tom Morello & B-Real)
Der zweite Beitrag mit Morello beginnt mit einem verdammt bluesigen Intro, ehe er ähnlich wie "Trouble Seeker" in dieser Rockausrichtung verdammt nach alten Cypresstagen klingt. Dieser Track hier ist zwar nicht ganz so gut wie "Rise Up", aber doch ebenfalls eines der guten Stücke des Albums. 8/10

15. Armada Latina (Gäste: Pitbull & Marc Anthony, Produktion: Jim Jonsin)
Hierzu wieder ein tolles Zitat: "Glad I never got that cypress hill tattoo… the homies would beat my ass after hearing this new gay shit". Nun, ist es wirklich so schlimm? Ich finde nicht. Während der Track entweder maßlos gehasst oder zum nächsten Sommerhit verklärt wird, ist dieses Stück nicht so gut wie die andere Latinsongs von Cypress wie "Latin Lingo", "Tequila Sunrise", "Lowrider" oder "Latin Thugs". Das liegt daran das sowohl B-Real und gerade auch Sen Dog auf den besagten Tracks besseres abliefern. Zweitens ist die Produktion auf jeden Fall gut, aber ebenfalls nicht so organisch wie zum Beispiel bei Tequila Sunrise, das noch mit extra eingespielten Instrumen daherkommt. Drittens dürfte nicht jeder mit den Gästen warm werden. Pitbull liefert in der Regel Scheußliches ab, während man Marc Anthony einfach nicht mit dem Hill in Verbindung bringen würde. Aber mir gefällts. 7/10

Noch eine kurze Statistik (Empiriker eben): Insgesamt gäbe es 150 Punkte zu erreichen. Wenn ich mich nun nicht verrechnet habe, erhält Rise Up aufgerundet (wir wollen mal nicht so sein) 96 Punkte. Noch interessanter ist aber, dass zumindest ich keinem Track die Maximalpunktezahl vergeben würde, also das Album einen Track hätte, welcher nach Cypress-Maßstäben perfekt wäre. Würde mir jemand eines der Vorgängeralben vor die Füße werfen, fänden sich da mehr als genug. Freilich bin ich bei der Bewertung dieses Albums besonders kritisch gewesen, was aber nur an der hohen Messlatte liegt, welche der Hill über die Jahre hinweg selbst so hoch gehängt hat.
Noch ein kurz zur Aufmachung der CD-Hülle sowie des Booklets: Gut, aber irgendwie wirkte es auch ein wenig wie von RATM recyclet. Der Cypress-Stil stand immer für Totenköpfe. Warum nun olle wehende Fahnen? Immerhin passen sie zu den Revoluzzer-Skits vor einigen Tracks, wenngleich dieses Gehabe natürlich recht ausgelutscht ist.

Das Fazit: Produktion in vielerlei Hinsicht flop, Lyrics durchschnittlich bis top. Cypress Hill bietet einerseits klassisches Material und hat sich auch weiter entwickelt, ohne jedoch in beiderlei Hinsicht wirklich komplett überzeugen zu können. Zumindest die drei Rocktracks sind sehr gut geraten, was dem Hill in der breiten Masse sicher positive Rückmeldungen für diesen Longplayer bescheren wird.
Was dem Album gut getan hätte, wäre, wenn DJ Muggs schon selbst kein Interesse mehr an der Gruppe zeigt die ihn groß gemacht hat, einfach Produzenten, die wissen müssten wie der Hill klingen sollte. The Alchemist, rappender Gast auf "Pass The Dutch", fiele mir da sofort ein, gerade wo sich doch Gerüche darum ranken er hätte ein Großteil der Samples von Temples of Boom mitverantwortet! Auch den guten Fredwreck könnte man mal wieder anrufen, so der mal wieder auf was anderes Lust hätte als auf Produktionen für Britney Spears. Oder eben man verhilft Pete Rock zu positiven Meldungen und setzt gleich 5 bis 6 Tracks auf die Tagesanordnung anstatt nur einen. Und eben: B-Real gehört geschlagen für seine Beats.
Alles in allem also ein eher misslungenes Comeback für das es viele Gründe gibt. Jedoch kann man glücklicherweise immer noch sagen, dass Cypress Hill selbst mit einem schlechten Album besser klingen als viele, viele andere Hip-Hop-Künstler dieser Tage.

(geschrieben von E.W.)

Donnerstag, 15. April 2010

... but we say!

Die Lostprophets hab ich beim letzten Eintrag glatt vergessen zu erwähnen. Die sind nämlich auch eine der Bands, die musikalisch einen ziemlich großen Einfluss auf mich und meinen musikalischen Werdegang hatten. Need for Speed sei Dank hab ich vor ca. 7 Jahren "To hell we ride" gehört und kurze Zeit später das Album gekauft. Kurz darauf war's um mich geschehen, die Platte ist so oft gelaufen dass sie im wahrsten Sinne des Wortes kaputtgehört wurde: sie geht wirklich nicht mehr, zuviele Gebrauchsspuren.
Sei’s drum, dafür sind die jetzt etwas ausführlicher dran. Der Grund dafür: die Tour zum aktuellen Album „The Betrayed“. Gestern machte der Tourtross im Wiesbadener Schlachthof Halt und ich konnte die Jungs endlich mal in einem Club sehen, bisher hab ich sie nur einmal bei Rock am Ring im Jahr 2008 gesehen und der Auftritt war ziemlich gut. Und da Konzerte im kleineren Rahmen ja meist besser als Festival-Gigs sind, machte ich mich selbstverständlich auf den Weg in die hessische Landeshauptstadt.
Die aktuelle Langrille knüpft stilistisch an den recht poppigen Vorgänger „Liberation Transmission“ an, auch wenn sie insgesamt etwas düsterer ausfällt. Die rohen Zeiten von „Thefakesoundofprogress“ oder „Start something“ sind zwar (leider?) vorbei, aber live bekommt man solche Perlen wie „Last train home“ oder „Shinobi vs Dragon Ninja“ noch immer zu hören. Und um eines schonmal vorweg zu nehmen: diese Songs haben geknallt wie sonstnix!
Aber der Reihe nach, erstmal mussten wir den Support der Waliser, The Blackout über uns ergehen lassen. Meine Begleitung formulierte das ganz passend mit „Die sind wie Simple Plan, nur lauter.“ Da half es auch nicht, dass die ersten beiden Songs noch etwas derber zur Sache gingen aber der Wechsel zwischen (screamo-)Geschrei von Sänger Nr. 1 und süßlich poppigem Gesang von Sänger Nr. 2 machte das Ganze nicht wirklich erträglicher, eher im Gegenteil. Dem Großteil des Publikums scheint’s aber gefallen zu haben, es waren einige Blackout-Shirts zu sehen. Und auch das bekannte „Ihr kniet euch alle hin und wenn der Song losgeht springt ihr alle“-Spielchen lief ganz gut, auch wenn die Bengels recht lange betteln mussten damit ein paar Herren in den vorderen Reihen sich auch hinknieten. Ich fand’s aber ehrlich gesagt auch ziemlich panne, dass man sich vorne hinstellt und bei sowas Spielverderber spielt. Wenn man auf die Vorband keinen Bock hat, stellt man sich an die Bar, trinkt Bier und schreit vielleicht noch in den Songpausen „Slayer“…
Nach den beiden ersten Songs kam dann zumindest bei mir große Langeweile auf, denn nach dem zugebenermaßen recht flotten Einstieg gab es nun knappe 30min Pop-Punk/Collegerock/Mädchen-/wasweißich-Musik. Das hat man alles schon zigmal „in besser“ gehört, selbst die vorhin zum Vergleich herangezogenen Simple Plan haben mir live besser gefallen. Der letzte Song rumpelte zwar nochmal recht derbe durch die PA, aber selbst Blastbeats haben das Ganze nicht wirklich aufgewertet. Wir haben uns jedenfalls geärgert, dass wir nicht doch einen Zug später genommen haben.
Die Umbaupause vor den Lostprophets zog sich dann über eine knappe Dreiviertel-Stunde, obwohl bis auf die Mikros das gesamte Equipment schon bereit stand. Viel zu lange für meinen Geschmack, soviel Zeit dürfen sich nur Metallica lassen. Immerhin lief in der Zeit NOFX aus der Konserve, aber auch die können keine 45min bei Laune halten.
Los ging’s dann endlich mit dem Opener der neuen Scheibe, „If it wasn’t for hate, we’d be dead by now“. Und sofort Schock Nr. 1: Sänger Ian Watkins Stimme war so dermaßen wackelig und heiser/erkältet/sonstwas, dass er fast den gesamten Song über die Gesangslinien veränderte und so tief wie möglich sang. Bei dem Zustand der Stimme allzu verständlich aber doch irgendwie schade. Enttäuschung Nr. 2 folgte dann auf dem Fuße, denn anstatt (wie auf Platte und wie von mir erwartet) gleich den härtesten Song der neuen Scheibe Dstryer/Dstryer hinterzuballern, gab es eine kleine Pause und dann die Single „It’s not the end oft he world, but I can see it from here“. Fand ich persönlich schade, denn nach dem stimmungsaufbauenden Einstieg hätte man gleich die Halle auf Betriebstemperatur bringen können. Ob’s nun an der Songauswahl lag, an der in der ersten Hälfte nicht stattfindenen Kommunikation mit dem Publikum oder an der stimmlichen Schwäche von Watkins… ich weiß es nicht. Bei „Burn, burn“ im Anschluss ging das Stimmungsbarometer zwar in die Höhe und stieg kontinuierlich an aber erst bei „Last train home“ kochte die Stimmung über. Was da abging war unfassbar: die gesamte Halle springt, singt lautstark mit und spätestens zu dem Zeitpunkt war Watkins seltsamerweise stimmlich (fast) voll auf der Höhe und die Band grinste wie eine Bande Honigkuchenpferde. Ich liebe diesen Song und befand mich da auch in einem Zustand völliger Glückseligkeit.

Ein paar Songs später wurde mit „Everyday combat“ und dem Rausschmeißer „Shinobi vs Dragon Ninja“ vom Debüt „Thefakesoundofprogress“ (2000) leider schon der reguläre Teil des Sets beendet. Es ging natürlich das übliche Zugabe-Spielchen los und nach „The light that burns as twice as bright“, das Ian alleine singend beendete und erleichtert den Mikroständer umknallte, war dann nach ca. 85min endgültig Schluss.

Insgesamt war es ein tolles Konzert, trotz der „Startschwierigkeiten“. Besonders hervorheben muss dabei auf jeden Fall den Keyboarder, der Ian viel Gesang abnahm, insbesondere das Geschrei und seine Sache wirklich fantastisch machte. Außerdem gab es viele Improvisation, u.a. „Eye of the tiger“ und „Time of my life“ (sic!), die jeweils als Intro für einen regulären Song dienten. In der zweiten Konzerthälfte wurde auch viel mit dem Publikum geredet, was der Stimmung sehr zu Gute kam. So wurde man aufgefordert einen Song von Lady Gaga zu singen, aber dem kam das Publikum nicht nach und sang stattdessen „Du hast die Haare schön“. Fanden die aber auch gut, Ian konterte das dann einfach mit ein paar Deutsch-Brocken ala „Deutschland, ich lieben Dir“ oder „Das war ein bisschen scheiße“. Und klar, wir waren natürlich das beste Publikum der Tour. Wie jede andere Stadt wahrscheinlich auch ;)
Was dem Konzert ebenfalls gut tat: Der Schlachthof war nicht ausverkauft und deswegen das hintere Drittel der Halle abgehängt. Trotzdem war der offene Teil der Halle ziemlich voll und es kam sogar etwas Clubatmosphäre auf. Im kleineren Rahmen kommen die Songs einfach besser als Mittags auf einer riesigen Festival-Bühne.
Die Show wurde außerdem für eine DVD gefilmt, in der Halle standen überall Kameras verteilt und die Band wies während der Show auch darauf hin, was vom Publikum mehr als wohlwollend aufgenommen wurde. Man darf gespannt sein ob das mitgeschnittene Material irgendwann veröffentlicht wird. Ich fänd’s natürlich toll, insbesondere wenn sie das nicht groß nachbearbeiten und den holprigen Anfang so lassen wir er ist. Aber warten wir es ab.
Den „Last train home“ haben wir dann auch bekommen.
Der Abend war schön :)

Die Setlist (keine Gewähr für die Richtigkeit und Reihenfolge, die ist nämlich vom Tilburger Konzert aber müsste eigentlich mit der Show in Wiesbaden übereinstimmen):

If It Wasn't For Hate We'd Be Dead By Now
It's Not The End Of The World But I Can See It From Here
Burn Burn
Darkest Blue
A Better Nothing
Start Something
Can't Catch Tomorrow (Good Shoes Won't Save You This Time)
Last Summer
For He's A Jolly Good Felon
A Town Called Hypocrisy
Last Train Home
Where We Belong
Rooftops (A Liberation Broadcast)
Everyday Combat
Shinobi Vs. Dragon Ninja

The Light That Burns Twice As Bright

Montag, 12. April 2010

Quo vadis, Musikgeschmack?

Sie sind selten geworden, diese Momente in denen eine neue, bisher unbekannte Band einen den Atem anhalten lässt. Zuviel hat man schon gehört, so ziemlich alle Genres abgegrast, die Perlen raus gepickt und liebevoll auf die Kette gefädelt, welche den eigenen Musikgeschmack darstellt. Gänzlich neues findet man so gut wie gar nicht mehr, nur noch Bands, die dem bisher Bekannten eine kleine Prise Innovation hinzufügen.
Das ist eigentlich irgendwie schade, weil gerade die Phasen, in denen man eine völlig neue Musikrichtung für sich entdeckt hat, im Rückblick häufig die spannendsten waren die man in der Hinsicht erlebt hat.
In meinem Fall sah das so aus: um das Jahr 2000 herum überflutet eine Welle, die sich New Metal nennt sämtliche Musiksender des Landes und legt bei mir den Grundstein für meinen musikalischen Werdegang. Es gab wohl kaum einen pickligen (Möchtegern-) Teenager, der sich dem Album „Chocolate Starfish and the Hotdog Flavoured Water“ von Limp Bizkit irgendwie entziehen konnte. Was heute unter den besonders trven Kollegen als peinliche Jugendsünde gern unter den Tisch gekehrt wird, ist für viele (inklusive meiner Wenigkeit) immer noch geiler Scheiß. Ich bin wohl nicht der Einzige, der selbst nach jahrelangem Nicht-Hören der Platte wahrscheinlich noch jedes der „46 fucks in this fucked up rhyme“ mitgrölen kann.
Der nächste Meilenstein kam dann in Gestalt von System Of A Down, die mit „Toxicity“ 2001 wohl eines der wichtigsten Metal-Alben des neuen Jahrtausends auf die Menschheit losließen. Ähnlich wie Limp Bizkit hatten die 4 Herren eine ähnliche Wirkung auf mich, den damals 12-jährigen Bengel, der so langsam begriff dass es neben Good Charlotte und ähnlich harmlosen Konsorten auch ernstzunehmende Musik gibt. Ich hab keine Ahnung, wie oft ich mir bisher dieses Album reingepfiffen habe, damals lief das den ganzen Tag rauf und runter. Wochen- und monatelang.
Im Jahr 2003 schickte sich dann eine Band an, der Welt zu beweisen dass sie immer noch Feuer unterm Hintern hat und man auch mit Blechtrommeln gehörig Arsch treten kann. Die Rede ist natürlich von Metallica, deren Album „St. Anger“ zumindest mir so dermaßen die Fresse polierte, trotz des Sounds, den man eher bei einer weitestgehend talentfreien Möchtegern-Metalband aus Hintertrottelshausen vermutet, die mit Muttis Kochgeschirr und dem Kassetten-Rekorder der kleinen Schwester ihre musikalischen Ergüsse auf Band hauen musste.
Nachdem ich mir die gesamte Diskographie gezogen hatte, schwang sich Metallica zur Lieblingsband #1 auf. Diesen Status hat sie bis heute, auch wenn sie sich diesen Platz mit einer Band teilen muss, die mit einer musikalischen Welle, die gerne als „Mädchenmetal“ bezeichnet wurde, in mein Blickfeld geriet:
As I Lay Dying
Irgendwann im Jahr 2005 lief auf Viva noch gute Musik, leider immer erst recht spät. So kam es dass ich völlig übermüdet irgendwann nachts das erste Mal das Video zu „Confined“ sah. Ehrlicherweise hat mich damals diese Mischung aus fiesem Gebolze, Growls und Klargesang ziemlich eingeschüchtert. Das war nämlich um einiges härter als das, was Bullet For My Valentine mit ihrer ersten EP aufgefahren hatte. Jene hatten kurz zuvor einiges an Aufsehen erregt, im Freundeskreis wurden die gnadenlos abgefeiert. Bands wie Trivium, die ungefähr zeitgleich ihre Alben auf den Markt brachten, zogen einen ganz schön großen Rattenschwanz an Nachahmern mit sich, von denen der Großteil glücklicherweise wieder verschwunden ist.
Das war’s dann aber auch für eine lange Zeit mit „richtigen“ Neuentdeckungen, es gesellten sich lediglich ein paar hoch talentierte Bands dazu. Erwähnenswert sind da z.B. Darkest Hour, eine der ersten Bands die Hardcore und Metal mischten und bis heute fast mit die wichtigste in dem Genre.
2009 gab’s dann endlich mal wieder einen „Knall“: irgendwo schon immer im Hinterkopf gehabt (Berichte in einschlägigen Musikmagazinen sei Dank), platzten auf einmal Mastodon mit einem Album herein, dass mit Sicherheit in ein paar Jahren Klassikerstatus hat. Das Meisterwerk „Crack the skye“ war zwar weniger hart als die Vorgänger, doch nach meiner Ansicht besser als alles, was die 4 Amis zuvor veröffentlicht haben. 7 sehr intensive, alle möglichen Rockarten (von 70’er-Jahre-Rock bis Sludge und Progressive) vereinende Songs, ca. 50min Laufzeit, tolles Artwork und eine abgefahrene Story über einen behinderten, im Rollstuhl sitzenden Jungen … all das ergibt das mit Abstand beste Album des vergangenen Jahres. Der ergreifende Refrain von „Oblivion“ sowie die überlangen Songs „The last baron“ und „The czar“ sind so einnehmend dass ich über Wochen fast nichts anderes gehört habe.
Und da nunmal die Progressive-Schublade offen war, hab ich Ende letzten Jahres eine weitere fantastische Band kennengelernt: Opeth
Diesen Stilmix aus Death Metal, Progressive und Rock mit akustischen Elementen kann man anfangs als gewöhnungsbedürftig empfinden aber wenn man sich drauf einlässt entdeckt man unglaublich fantastische Musik. Ausschlaggebend dafür ist Band-Kopf Mikael Åkerfeldt, dessen Gesang zwischen tiefen Growls und wunderschönem, klaren Gesang wechselt. Die Songs sind zumeist länger als 5min, häufig überschreiten sie auch die 10min-Marke. Melancholisch, aufwühlend, zum Nachdenken anregend und mitreißend. Gerade für Herbst- und Wintertage geeignet und definitiv zeitlos.
Und diese Band ist eigentlich der Grund für diesen Eintrag, ich hab mich nämlich nach dem ersten Durchgang der „Watershed“ gefragt: Wann hat Dich eigentlich das letzte Mal Musik so geflashed? Klar, Mastodon aber davor gab es lange nicht mehr diesen absoluten „Wow!“-Effekt. Ansatzweise war das noch bei Gojira der Fall, einer (oh Wunder!) progressiven Death Metal-Band aus Frankreich. Irgendwie scheint lediglich diese Sparte dieses „So was Geiles hab ich schon lange nicht mehr gehört!“-Gefühl auszulösen.
Aber warten wir mal die neue As I Lay Dying-Platte „The powerless rise“ ab, darauf warte ich schon ganz hibbelig. Fanboy und so ;)